Elevator Pitch: Aufbau, Beispiele und Tipps für die Kurzvorstellung
Ein Elevator Pitch ist eine Kurzvorstellung, die in eine Aufzugfahrt passt: Wer ihn hält, sagt in wenigen Sätzen, wer er ist, was er tut und was er von seinem Gegenüber möchte.
Was ist ein Elevator Pitch?
Ein Elevator Pitch ist eine Kurzvorstellung von einer Person, einem Vorhaben oder einem Angebot. Der Name spielt auf eine Aufzugfahrt an: So kurz soll der Text sein, dass er in eine Fahrt zwischen zwei Etagen passt. Als übliche Faustregel gelten 30 bis 60 Sekunden, also wenige Sätze und nicht mehr als ein Gedanke.
Das Ziel eines Elevator Pitch ist nicht, alles zu erzählen, sondern Interesse zu wecken. Das Gegenüber soll danach wissen, wer vor ihm steht, was diese Person tut und warum sich ein weiteres Gespräch lohnt. Alles Weitere gehört in dieses Gespräch und nicht in den Pitch.
Ein Elevator Pitch ist kein Werbespot und kein Lebenslauf. Ein Werbespot behauptet, ein Lebenslauf zählt auf; ein Pitch verbindet eine klare Aussage mit einer Einladung zum Nachfragen.
Wofür braucht man einen Elevator Pitch?
Ein Elevator Pitch hilft überall dort, wo wenig Zeit bleibt und der erste Eindruck zählt. Typische Anlässe sind:
- Netzwerken: Auf Veranstaltungen, Branchentreffen oder Firmenfeiern entscheidet oft ein einziger Satz, ob ein Gespräch entsteht.
- Messe: Am Stand oder im Gang bleibt wenig Zeit, ein Angebot oder eine Person verständlich zu machen.
- Vorstellungsgespräch: Auf die Aufforderung „Erzählen Sie etwas über sich“ eignet sich der Pitch als Einstieg oder als Kurzfassung; die ausführliche Antwort ist die Selbstpräsentation.
- Gründung und Projektvorstellung: Wer ein Vorhaben vorstellt, muss die Idee verständlich machen, bevor jemand Details hören will.
- Interne Bewerbung und Wechsel im Unternehmen: Wer sich auf eine neue Aufgabe im eigenen Haus bewirbt, stellt sich Menschen vor, die ihn nur aus einer Rolle kennen.
Ein vorbereiteter Pitch hat einen praktischen Vorteil: Wer seine Kurzvorstellung kennt, muss in der Situation nicht erst nach Worten suchen und kann sich auf das Gegenüber konzentrieren.
Wie ist ein Elevator Pitch aufgebaut?
Der Aufbau eines Elevator Pitch folgt einer einfachen Reihenfolge: erst die Kernaussage, dann der Nutzen, am Ende die Einladung. Die folgenden sechs Schritte lassen sich auf jeden Anlass übertragen.
- Wer sind Sie?Nennen Sie Ihren Namen und Ihre Rolle in einem Satz, etwa Ihre Aufgabe, Ihr Fachgebiet oder Ihr Vorhaben. Dieser Satz ordnet Sie für das Gegenüber ein.
- Was tun Sie, und für wen?Beschreiben Sie in einem Satz, womit Sie sich befassen und wem das nützt. Fachbegriffe, die Ihr Gegenüber nicht kennt, gehören nicht hierher.
- Welches Problem lösen Sie?Benennen Sie das Problem oder die Aufgabe, um die es geht. Ein Pitch wird greifbar, wenn er zeigt, wofür das Gesagte gebraucht wird.
- Was macht Sie besonders?Nennen Sie einen Punkt, der Sie von anderen unterscheidet: eine Erfahrung, eine Arbeitsweise, eine Haltung. Mehr als ein Punkt verwässert die Aussage. Behaupten Sie nur, was Sie belegen können.
- Was wünschen Sie sich?Sagen Sie, was Sie von Ihrem Gegenüber möchten: ein Gespräch, einen Kontakt, eine Rückmeldung oder eine Chance. Ohne diesen Schritt bleibt der Pitch ein Monolog.
- Wie schließen Sie ab?Enden Sie mit einer offenen Frage oder einem konkreten Angebot, etwa einem Treffen. Eine Frage lädt das Gegenüber ein, das Gespräch zu übernehmen.
Die Reihenfolge der Schritte darf sich je nach Anlass verschieben. Im Vorstellungsgespräch steht die Passung zur Stelle weiter vorn, auf einer Messe das Problem des Besuchers; die Kernaussage bleibt immer der erste Satz.
Welche Varianten des Elevator Pitch gibt es je nach Anlass?
Der Anlass bestimmt Ziel, Länge und Schwerpunkt eines Elevator Pitch. Die Längenangaben in der Tabelle sind Richtwerte und keine feste Norm.
| Anlass | Ziel | Länge | Schwerpunkt |
|---|---|---|---|
| Netzwerken | Ein Gespräch beginnen und einen Kontakt knüpfen | 30 bis 60 Sekunden | Rolle, Fachgebiet und eine Frage ans Gegenüber |
| Messe | Das Angebot verständlich machen und zum Nachfragen einladen | ca. 30 Sekunden | Nutzen für den Besucher statt Produktliste |
| Vorstellungsgespräch | Einen Einstieg in die Antwort auf „Erzählen Sie etwas über sich“ geben | 30 bis 60 Sekunden als Kurzfassung | Rolle, eine Stärke und Passung zur Stelle |
| Gründung und Projektvorstellung | Die Idee verständlich machen und Unterstützung gewinnen | 30 bis 60 Sekunden | Problem, Lösung und der nächste Schritt |
| Interne Bewerbung | Sich für eine neue Aufgabe im eigenen Haus empfehlen | 30 bis 60 Sekunden | Bisherige Arbeit und Motivation für die neue Rolle |
Ein Elevator Pitch für das Vorstellungsgespräch unterscheidet sich vom Pitch beim Netzwerken vor allem im Ziel. Beim Netzwerken soll ein Gespräch entstehen, im Vorstellungsgespräch soll die Antwort zeigen, dass Person und Stelle zusammenpassen. Verlangt das Gegenüber eine vollständige Vorstellung, ist eine Selbstpräsentation gefragt, als Faustregel zwei bis drei Minuten; der Pitch bildet dann ihren Einstieg.
Wie sieht ein Elevator Pitch als Beispiel aus?
Ein Elevator Pitch lässt sich am besten an Beispielen zeigen. Die drei folgenden Pitches für Netzwerken, Vorstellungsgespräch und Projektvorstellung sind frei erfunden; die Personen sind Muster für den Aufbau und nennen keine echten Namen und keine Firmen.
Der Aufbau dieses Beispiels ist leicht zu erkennen: Der erste Satz nennt Rolle und Nutzen, der zweite zeigt die Aufgabe an einem Bild, der dritte formuliert den Wunsch, und die Schlussfrage gibt das Wort ans Gegenüber.
Dieses Beispiel bleibt bei dem, was belegbar ist: Es nennt eine abgeschlossene Ausbildung, eine konkrete Tätigkeit und einen klaren Wunsch. Der letzte Satz stellt die Verbindung zur Stelle her und beantwortet damit die Frage, warum gerade diese Person zu dieser Aufgabe passt.
Der Aufbau dieses Beispiels folgt dem Muster Problem, Lösung, Wunsch. Der Pitch nennt eine Aufgabe, die Leser aus der Branche kennen, beschreibt die Lösung in einem Satz und endet mit einer konkreten Einladung statt mit einem Verkaufsversprechen.
Wie übt man einen Elevator Pitch und spricht ihn frei?
Einen Elevator Pitch frei zu sprechen heißt, die Gedankenfolge zu kennen, nicht den Wortlaut. Wer sich nur an feste Sätze klammert, gerät aus dem Konzept, sobald ein Wort fehlt. Hilfreich ist ein Ablauf in fünf Schritten:
- Schreiben Sie den Pitch einmal vollständig auf.Der geschriebene Text zwingt zur Auswahl. Streichen Sie, bis nur noch Sätze stehen, die Sie ohne Nachdenken erklären können.
- Reduzieren Sie auf Stichworte.Zerlegen Sie den Text in die Stationen aus dem Aufbau: Rolle, Nutzen, Problem, Besonderheit, Wunsch und Schlussfrage. Diese Stichworte tragen den Pitch.
- Sprechen Sie laut.Ein Text, der sich beim Lesen gut anhört, klingt gesprochen oft sperrig. Ändern Sie, was Ihnen beim lauten Sprechen nicht über die Lippen kommt.
- Messen Sie die Zeit.Stoppen Sie, wie lange der Pitch dauert, und kürzen Sie, wenn er die gewünschte Länge überschreitet. Ein zu langer Pitch verliert sein Gegenüber.
- Üben Sie mit einem Gegenüber.Tragen Sie den Pitch einer Kollegin, einem Freund oder der Kamera Ihres Telefons vor und fragen Sie, was hängen geblieben ist. Die Antwort zeigt, welcher Teil trägt und welcher fehlt.
Blickkontakt, aufrechte Haltung und ein ruhiges Sprechtempo gehören zu einem überzeugenden Pitch wie der Text selbst. Der beste Satz verliert an Wirkung, wenn er auf den Boden gesprochen wird. Auch deshalb lohnt es sich, den Pitch nicht nur im Kopf, sondern in Bewegung und mit Stimme zu üben.
Welche typischen Fehler passieren beim Elevator Pitch?
Typische Fehler beim Elevator Pitch betreffen vor allem die Auswahl der Inhalte und die Art des Vortrags. Die Tabelle stellt sie der besseren Variante gegenüber.
| Fehler | Warum er schadet | Besser |
|---|---|---|
| Zu viele Inhalte | Das Gegenüber behält nichts, weil alles gleich wichtig klingt | Eine Kernaussage wählen und den Rest für das Gespräch aufheben |
| Fachsprache und Abkürzungen | Wer das Wort nicht kennt, hört nicht mehr zu | Sätze so formulieren, dass sie auch Fachfremde verstehen |
| Aufzählung statt Nutzen | Eine Liste von Stationen sagt nicht, was daraus für das Gegenüber folgt | Den Nutzen vor die Stationen stellen |
| Auswendig gelernter Text | Der Pitch klingt aufgesagt und wirkt dadurch kalt | Mit Stichworten arbeiten und frei sprechen |
| Kein Wunsch am Ende | Das Gespräch hat keinen Anschluss | Mit einer Frage oder einem konkreten Angebot schließen |
| Übertreibung | Große Versprechen, die sich nicht belegen lassen, kosten Vertrauen | Nur sagen, was stimmt, und lieber konkret als groß |
Was ist der Unterschied zwischen Elevator Pitch und Selbstpräsentation?
Der Elevator Pitch ist die kürzeste Form der Selbstpräsentation. Eine Selbstpräsentation stellt eine Person ausführlicher vor, etwa im Vorstellungsgespräch, in einem neuen Team oder zu Beginn eines Seminars. Der Elevator Pitch beschränkt sich auf die Kernaussage und die Einladung zum Gespräch.
| Merkmal | Elevator Pitch | Selbstpräsentation |
|---|---|---|
| Länge | Wenige Sätze, 30 bis 60 Sekunden (Faustregel) | Mehrere Absätze, etwa eine bis drei Minuten (Faustregel) |
| Ziel | Interesse wecken und ein Gespräch eröffnen | Die Person mit Werdegang, Stärken und Bezug zum Gegenüber vorstellen |
| Aufbau | Kernaussage, Nutzen, Wunsch | Einstieg, Rolle, Werdegang, Stärken, Bezug, Abschluss |
| Typischer Anlass | Netzwerken, Messe, Gründung, zufällige Begegnung | Vorstellungsgespräch, neues Team, Seminarbeginn, Kundentermin |
Eine vorbereitete Selbstpräsentation liefert meist schon das Material für einen Elevator Pitch. Der Pitch entsteht, indem die Selbstpräsentation auf den einen Gedanken verdichtet wird, der im jeweiligen Moment trägt.
Welcher Workshop behandelt das sichere Präsentieren der eigenen Person?
Chrischan Bublitz, Dozent, bietet den Workshop „Von der Nervosität zur Souveränität – Sich selbst und / oder sein Thema sicher präsentieren“ an. Der Workshop dauert variabel 2, 4 oder 8 Stunden; die Preise nennt Chrischan Bublitz auf Anfrage per E-Mail.
Der Untertitel des Workshops nennt das Thema: sich selbst und / oder sein Thema sicher präsentieren. Der Elevator Pitch ist die kürzeste Form, sich selbst zu präsentieren. Alle Angaben zu Dauer und Anfrage stehen unter Präsentationstraining mit Chrischan Bublitz.
Häufige Fragen zum Elevator Pitch
Wie lang sollte ein Elevator Pitch sein?
Ein Elevator Pitch dauert üblicherweise 30 bis 60 Sekunden. Das ist eine Faustregel und keine feste Norm; wichtiger als die Sekundenzahl ist, dass der Pitch genau einen Gedanken trägt und das Gegenüber zum Nachfragen einlädt.
Wie beginnt man einen Elevator Pitch?
Ein Elevator Pitch beginnt mit Namen und Rolle in einem klaren Aussagesatz. Danach folgen Nutzen und Besonderheit; ein langes Vorwort oder eine Entschuldigung für die Kürze gehören nicht an den Anfang.
Was gehört in einen Elevator Pitch für das Vorstellungsgespräch?
Ein Elevator Pitch für das Vorstellungsgespräch nennt in 30 bis 60 Sekunden die eigene Rolle, eine Stärke und den Bezug zur ausgeschriebenen Stelle. Er dient als Einstieg oder Kurzfassung; die ausführliche Antwort auf „Erzählen Sie etwas über sich“ ist die Selbstpräsentation, als Faustregel zwei bis drei Minuten.
Wie funktioniert ein Elevator Pitch beim Netzwerken?
Ein Elevator Pitch beim Netzwerken soll ein Gespräch eröffnen, nicht abschließen. Er nennt Rolle und Fachgebiet, sagt, wem die eigene Arbeit nützt, und schließt mit einer Frage, die das Gegenüber zum Erzählen einlädt.
Muss man einen Elevator Pitch auswendig lernen?
Ein Elevator Pitch muss nicht Wort für Wort auswendig gelernt werden. Sicherer klingt, wer die Gedankenfolge in Stichworten kennt und sie frei formuliert, weil ein fehlendes Wort dann keinen Aussetzer verursacht.
Workshop zum sicheren Präsentieren anfragen
Preise und Termine erhalten Sie auf Anfrage. Die E-Mail ist schon vorbereitet.
E-Mail an chrischbublitz@gmail.com